REVIEW: Pandora Drive „Race To Ruin“

Emotional getünchter Tech House, der auch fern der Tanzfläche funktioniert: Pandora Drives erster Longplayer „Race To Ruin“ ist ein ekstatischer Soundtrack für lange Nächte.

Eine spannende Mischung, die da vermengt wurde. Bestehend aus dem Produzenten und DJ Nick Sheldon, der schwedischen Darkpop-Sensation Karin Park und dem Fotografen und „Red Hot“-Initiator Thomas Knights verspricht das Projekt Pandora Drive per se schon einen multidimensionalen Ansatz. In der Tat lassen sich aber auch auf dem Debütalbum „Race To Ruin“ unterschiedliche stilistische Nuancen ausmachen, die fein miteinander verwoben wurden. So wirken die elf Titel der LP zwar kohärent und funktionieren in ihrer Abfolge als Spannungsverlauf, gleichzeitig stromern sie aber auch immer wieder in divergente Richtungen. Maßgeblich dafür verantwortlich sind vor allem die beiden Leadstimmen Parks und Knights. Wirkt der Gesang der Schwedin kantig, unbändig und genau dadurch interessant, ist der ihres britischen Kollegen etwas gefälliger und sorgt für Zugänglichkeit und Bodenhaftung. Diese Kombination bewährt sich sowohl bei dem Coversong „Teardrop“, einer Hommage an den Massive Attack Klassiker schlechthin, als auch bei anderen Stücken wie „Albino Heart“, „Last Moment“ oder der Erfolgssingle „Hurricane“, die bereits auf Karin Parks letztem Album „Apocalypse Pop“ (2015) zu finden war. Was „Race To Ruin“ zusammenhält, ist aber nicht nur dieses Spiel mit klug gewählten Gegensätzlichkeiten, sondern auch der Hauch von Postmodernität, der der LP anhaftet. Pandora Drive gelingt der schwierige Spagat zwischen Clubmusik und anspruchsvollem Hörgenuss. Dass es Teile dieser Platte schaffen, Einzug in das akustische Nachtleben von Metropolen wie London oder Berlin zu erhalten, wäre nicht verwunderlich, sondern wünschenswert!

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