REVIEW: London Grammar „Californian Soil“

Ein Leuchtfeuer für den Feminismus: London Grammar fürchten sich nicht vor großen Gesten und schwingen sich mit «Californian Soil» zu einer beinahe politisch-aktivistischen Band auf.

Epochal führt der Track «Intro» in das Drittwerk von London Grammar und zeigt, dass sich hinter dem britischen Indiepop-Trio deutlich mehr verbirgt, als man bisher vielleicht vermutet hätte. Schon in den ersten Takten dringt Hannah Reids Stimme in den
Vordergrund und verschafft sich Wirkungsfläche. Ein bewusst gewähltes Statement, direkt zu Beginn der Platte. Als sie die Arbeiten an «Californian Soil», dem Nachfolger zu ihren Erfolgsalben «If You Wait» (2013) und «Truth Is A Beautiful Thing» (2017), aufnahmen, erklärte Reid ihren beiden Kollegen Dan Rothman und Dominic «Dot» Major, dass sie diese LP als Symbol für den Niedergang maskuliner Toxizität, als Kriegserklärung gegenüber dem Patriarchat, verstehen wolle und dass es dafür eine erstarkte Frontfrau brauche, die aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen hervortreten müsse. Rothman und Major liessen sich auf Reids Idee ein und bewiesen so, wie stabil ihre Verbindung zueinander ist. Gemeinsam wachsen London Grammar an der musikalischen Finesse von «Californian Soil» und an ihrem Mut, mit festgefahrenen Dogmen zu brechen. Zeitgemäss, kühn, intensiv.

Diese Review ist in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins erschienen.

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