REVIEW: Grandbrothers „All The Unknown“

Piano-Update: Grandbrothers gewähren auf „All The Unkown“ einen Blick in die musikalische Zukunft eines der traditionsreichsten Instrumente überhaupt.

Bei dem offerierten Soundspektrum ist kaum zu glauben, dass es für das dritte Album der Grandbrothers nicht mehr als einen Computer, zwei Flügel und ein Klavier brauchte. Wobei! Ganz korrekt ist die Aussage nicht, denn erstmals arbeiteten Erol Sarp und Lukas Vogel auch mit Samples von Pianostücken anderer Musiker*innen, die sie beim Herumexperimentieren in ihre Tracks einbauten, die sie loopten oder gänzlich dekonstruierten. Vordergründig blieb stets das Motiv der Klangentfremdung. Fast nichts, was wir auf „All The Unkown“ hören, gleicht seiner Ursprungsform, wurden die den Tasteninstrumenten entlockten Schallwellen schließlich digital derart verformt oder neuzusammengesetzt, dass man meint, hier wären Drum Machines oder Synthesizer am Werk gewesen. Aber nein! Wirklich alles Wahrnehmbare lässt sich auf am Klavier oder Piano erzeugte Vorgänge zurückführen. Auf das Spielen der Tasten, das Zupfen der Saiten im Inneren oder das Klopfen mit Gegenständen auf die hölzernen Korpora der Instrumente.
„All The Unkown“ ist postmodern, keineswegs klassisch. Ein Ambient-Album, dass das Greifbare ungreifbar macht und mit auditiven Sinnestäuschungen spielt wie kein zweites.

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