REVIEW: Novo Amor „Cannot Be, Whatsoever“

Musikalische Katharsis garantiert: Multi-Instrumentalist Novo Amor meldet sich in diesem November mit einem neuen Album namens „Cannot Be, Whatsoever“ zurück. 

Es ist zutiefst befriedigend, mitzuverfolgen, wie die Karriere eines ehemals kleinen Indie/Folk-Künstlers stetig austreibt und sein Sound dabei zunehmend an Reife gewinnt. Zwei Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung „Birthplace“ und Novo Amors neuem Album „Cannot Be, Whatsoever“. Retrospektiv hat sich einiges getan. Wie von Novo Amor aka Ali Meredith-Lacey zu erwarten, lassen sich viele (durchaus geschätzte) Charakteristika seiner vergangenen Arbeiten auch in diesem Werk wiedererkennen. Angefangen beim schmachtenden Falsett, über den Support durch Edward Jamie Tullett, bis hin zur traurig-schönen Ästhetik der nostalgisch produzierten Musikvideos. Anders als bisher besingt Novo Amor dieses Mal aber kein übermenschliches Ideal romantischer, oft schmerzlicher Liebe,  sondern widmet sich menschlichen Beziehungen abseits übertriebener Glorifizierungen. Vor allem der Beziehung mit und zu sich selbst. Zehn Songs umfasst „Cannot Be, Whatsoever“. Für dessen originelles Coverdesign wurde die Künstlerin Aline Brant beauftragt, die Sticknadeln rattern zu lassen. Es geht teils selbstbestimmt rockig, mal flehend balladig, aber stets ehrlich zu. Dabei schmeißt Novo Amor Fragmente aus den Weiten seiner Seelenlandschaft in den musikalischen Knobelbecher, um aus ihnen unvergleichliche Lyrics zu würfeln. Deren Sinn ist zwar selbst für Muttersprachler nicht immer ganz zu erfassen, aber vielleicht ist das der Grund, warum die Texte viele Zuhörer dort treffen, wo tiefe, unbewusste Empfindungen zuhause sind. Und wer sagt eigentlich, dass Gefühle immer Sinn ergeben müssen? Am Ende steht eine unbestreitbar lebensbejahende Ahnung von persönlicher, emotionaler, vielleicht sogar spiritueller Klarheit, nach der wir alle – Hand aufs Herz – irgendwie streben. So klingt Katharsis.  

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