REVIEW: Aidan Knight „Aidan Knight“

Zart besaitet: Aidan Knight lädt auf „Aidan Knight“ zum emotionalen Striptease ein, zeigt dabei aber nie zu viel, sondern regt sein Publikum stets zum Nachdenken an.

Bei der Musik von Aidan Knight treffen folkige Texturen auf verspielte Electronica-Einflüsse. Zumindest war das auf seinen bisherigen Alben, „Versicolour“ (2010), „Small Reveal“ (2012) und „Each Other“ (2016), immer so. Auch Werk Nummer vier, das der Kanadier mit seinem eigenen Namen betitelt hat, bildet dahingehend keine Ausnahme. Wobei sich doch einige Akzentverschiebungen ausmachen lassen. Überließ es Knight früher gern breit angelegten Synthesizerspuren, die Lorbeeren für die Ahs und Ohs seitens der Hörer einzuheimsen, sind es nun vorrangig Harmoniegesänge und psychedelische E-Gitarren, die für das gewisse Etwas sorgen sollen. Genauso wie die intimen Texte des 33-Jährigen. Knight wirkt erwachsener, reifer. Er ist Vater geworden – im Opener „Julia In The Garden“ sind embryonale Herztöne zu vernehmen, die durchaus die seines Sohnes sein könnten – und hat sich mit seiner eigenen Verwundbarkeit in Form von Panikattacken auseinandersetzen müssen. Das hinterließ Spuren bei dem sensiblen Songwriter. Statt dystopische Bilder zu malen, hat er „Aidan Knight“ versöhnlich und sonnig gestaltet. Wie eine Flucht aus dem Dunkel. Die Platte verschließt sich nicht gegenüber der Welt, in die sie geboren wird, sondern versucht, ihren Platz darin zu finden. Ohne anzuecken, aber auch ohne gefällig zu wirken. Diese Balance zu halten, beweist, dass Aidan Knight sein Handwerk versteht.

 

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