REVIEW: Son Lux „Tomorrows I“

Nichts für Ungeduldige: Son Lux läuten mit „Tomorrows I“ eine neue Ära des Zuhörens ein und fordern ihre Hörer in vielerlei Hinsicht. 

Ryan Lott, Rafiq Bhatia und Ian Chang haben sich für die Zukunft einiges vorgenommen. Das Trio aus Los Angeles plant, in den nächsten 12 Monaten ganze drei Alben zu veröffentlichen. Den Beginn macht „Tomorrows I“. Bewusst verweigern sich Son Lux mit ihrem ambitionierten Projekt dem waltenden Trend, statt opulenter Werke, nur noch kleine Single-Happen zu produzieren, die dann besser über die beliebten Streamingdienste vermarktet werden können. Doch waren die drei schon immer anders. Ihre Musik folgte nie gängigen Regeln, sondern wirkte oft dekonstruiert und im wahrsten Sinne avantgardistisch. Das ist auch auf „Tomorrows I“ nicht anders. Die Tracks der LP sind im ersten Augenblick nur schwer verdaulich. Genau wie die Themen, um die sie kreisen. Wie viele ihrer Kollegen stellen auch Son Lux unbequeme Fragen und zielen damit auf den menschlichen Egoismus ab. Warum schaden wir der Natur? Warum fügen wir einander immer wieder Leid und Elend zu? Im Gegensatz zu den Platten anderer Musiker macht „Tomorrows I“ die damit einhergehenden Gefühle der Zerrissenheit, der Trauer und Orientierungslosigkeit durch seine präzise, oft bis ins kleinste Detail konstruierte, Soundkulisse aber auch akustisch erfahrbar. Beats und Melodien überschlagen sich, brechen von einem Moment auf den anderen ab oder driften in konträre Richtungen. Mal zischen die Synthesizer kreischend auf, mal wirken sie geerdet und strahlen Harmonie und Hoffnung aus. So bietet die Platte dem Publikum ein einzigartiges Hörerlebnis, das zum Nachdenken anregt.

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