REVIEW: Washed Out „Purple Moon“

Nach stilistischen Experimenten kehrt Washed Out mit „Purple Noon“ in den Schoß des Chillwave zurück, mit dessen Hilfe er seit 2011 Erfolge feiert. Eine Wohltat!

„Purple Moon“ liefert uns den Soundtrack zu einem Melancholie verhangenen Sommer. Zu Strandspaziergängen in der Einsamkeit der untergehenden Sonne oder Nächten unter einem unendlichen Sternhimmel. Schon der Opener „Too Late“ macht klar: Ernest Greene alias Washed Out besinnt sich auf seine Stärken und macht, was er am besten kann. Nämlich wunderbar ausschweifende, verträumte elektronische Musik. Während man bei anderen Künstlern eine gewisse Neuausrichtung durchaus begrüßt, sorgte das letzte Album des Briten für weniger Begeisterung. „Mister Mellow“ (2017) stellte eine Art Mixtape dar, dem es allerdings an der notwendigen Nachvollziehbarkeit aus Sicht des Hörers fehlte. „Purple Noon“, Studioalbum Nummer vier, hingegen ist eine Einladung, sich vom ersten Moment an fallen zu lassen. Ganz unverkopft. Im Pressetext zur Platte werden Vergleiche zu der Königin des Souls, Sade, und dem ehemaligen Genesis-Frontmann Phil Collins gezogen, um deren Soundspektrum treffend zu beschreiben. Und tatsächlich sind gewisse Achtziger-Synthie-Pop-Referenzen nicht von der Hand zu weisen. Wobei Greene es eben schafft, sich gekonnt bei den stilistischen Höhepunkten jener Epoche zu bedienen und sie in seine eigene akustische Sprache zu übersetzen. Genau das macht den Reiz der LP aus. Sie wirkt vertraut und unbekannt zugleich. Wie ein Gesicht, das aus einer Menschenmasse hervorsticht und bei dem man sich fragt, ob man es nicht schon einmal irgendwo gesehen hat. Getrieben von tiefer Faszination lässt es einen in der Folge nicht mehr los und umtreibt die Gedanken. Dazu ist auch „Purple Moon“ durchaus in der Lage.

 

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