REVIEW: Jonathan Bree „After The Curtains Close“

Rauer als jedes Schleifpapier kratzt Jonathan Brees Stimme über den verwegenen Charakter seines vierten Studioalbums „After The Curtains Close“.

Inspiration bei den großen Chansonniers der 60er Jahre zu suchen, ist sicher kein schlechter Ausgangspunkt, um an einer Neuausrichtung des eigenen Stils zu arbeiten. Immerhin sagt man diesen doch nach, mit ihrem Charme nicht nur etliche Frauenherzen zum Schmelzen gebracht, sondern auch die Musikgeschichte nachhaltig beeinflusst zu haben. Durchaus erstrebenswerte Ziele für einen ambitionierten Songwriter und Produzenten, wie Jonathan Bree einer ist. Auf „After The Curtains Close“ huldigt der Neuseeländer nun also jener maskulinen Grandezza, die man sonst mit Werken Serge Gainsbourgs oder Jacques Dutroncs assoziiert. Dabei lässt Bree Pop-Noir-Referenzen mit moderneren, elektronischen Elementen verschmelzen. Eine Mischung, die immer wieder für Gänsehaut sorgt und die Aufmerksamkeit des Hörers oder der Hörerin über die gesamte Länge der Platte zu fesseln vermag. Nicht ein einziger der zwölf Tracks wirkt überflüssig. Alles scheint seinen vorbestimmten Platz zu haben. Jeder Beat, jede Nuance. Perfekt arrangiert und ausstaffiert. Hinzukommen bittersüße Gesangseinlagen von Princess Chelsea und Britta Phillips. Wunderbare Gegenpole zu dem herben Timbre Brees. An „After The Curtains Close“ gibt es wahrlich nichts zu beanstanden – außer, dass wir – Corona sei es gedankt – viel zu lang auf diese wunderbare LP warten mussten.

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