REVIEW: Hania Rani „Home“

Zwei Herzen, die in einer gemeinsamen Brust schlagen: Hania Ranis „Home“ ist ebenso klassisch wie zukunftsweisend und überrascht durch alles andere als seelenloses Geklimper.

Begonnen hat Hania Ranis Karriere am Klavier. 2019 präsentierte sie der Welt „Esja“. Eine Platte, die auf zehn Piano-Stücken gründet und von der Kritik für ihre simple Schönheit gefeiert wurde. Statt sich aber auf deren Erfolg auszuruhen, nutze Rani die Gunst der Stunde, um ohne große Umschweife weiter an ihren Visionen zu arbeiten. Das führt uns zu „Home“, dem zweiten Album der Polin. War „Esja“ noch eine Art Prolog, ein Vorwort, erzählt „Home“ hingegen eine komplett in sich geschlossene Geschichte. Eine, die der Frage, was Heimat bedeutet, auf den Grund geht, und dem Hörer eine mögliche Antwort offeriert. Als rastlose Künstlerin, die nie an einem einzigen Ort, sondern auf der ganzen Welt zuhause ist, gefällt Rani der Gedanke, ihre Heimat stets in sich zu tragen. Wie ein emotional zugängliches Refugium. Tief versteckt im Innersten unserer Psyche. Dieser Idee folgend badet „Home“ in wohlig warmen Kompositionen, wirkt beständig und von Zuversicht durchtränkt. Anders als auf „Esja“ erweitert Hania Rani zudem ihr musikalisches Spektrum, indem sie elektronische Elemente, Bass, Schlagzeug und – als wohl markanteste Neuerung – Gesangsmomente integriert. Vor allem letztere sorgen für Gänsehaut und werden zur sprichwörtlichen Kirsche auf einem eh schon opulenten Eisbecher mit Sahne. Gern mehr davon!

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