REVIEW: I Break Horses „Warnings“

Dicke Synthie-Schwaden, pulsartige Beats und dramatische Geschichten: „Warnings“ von I Break Horses bietet alles, was das Herz eines jeden Shoegaze-Fans begehrt. Darüber hinaus aber noch viel, mehr.

„Heutzutage ist die Aufmerksamkeitsspanne vieler gleich null und es fühlt sich so an, als würden Songs immer kürzer und effizienter werden“, sagt Maria Lindén, Frontfrau der Band I Break Horses. Statt sich dem beschriebenen Phänomen zu beugen, verspürte die Schwedin den starken Drang, sich ihm bewusst in den Weg stellen zu wollen. Auf „Warnings“ tut sie dies bis in die letzte Konsequenz. Zusammen mit ihrem Kollegen Fredrik Balck und dem Produzenten Chris Coady hat sie ein Album erschaffen, dass der Entschleunigung frönt. Das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt und Tracks wie „The Prophet“ oder „Death Engine“ den Raum gewährt, den sie zur Ausdehnung benötigen. Wer einen schnellen Kick sucht, wird diesen auf „Warnings“ nicht finden. Die Platte zwingt den Hörer, sich vom ersten Takt an mit ihrem fordernden Charakter auseinanderzusetzen. Nur so lassen sich all die Brüche, all die versteckten Tiefen, die I Break Horses kreiert haben, wirklich entdecken und erfahren. Verträumt ist „Warnings“ dabei keinesfalls. Zwar mag sich die LP in vielerlei Hinsicht an typischen Dreampop-Werken à la Beach House oder Slowdive orientieren, doch wirkt sie deutlich massiver und stürmischer als viele von ihnen. I Break Horses ist es gelungen, ein Statement zu setzen. Mit Nachdruck erinnert „Warnings“ daran, dass Musik einst mehr war als ein schnelllebiges Konsumgut. Hier handelt es sich um wahre Kunst.

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