REVIEW: Joan As Police Woman „Cover Two“

Eine Frau zeigt den Kerlen, wo der Hammer hängt. Joan As Police Woman verfremdet auf “Cover Two” zehn Songs männlicher Kollegen und überzeugt dabei durch ihren ganz individuellen Ideenreichtum.

Das muss man sich erstmal trauen. Ihr zweites Coveralbum eröffnet Joan As Police Woman mit einer eigentümlichen Interpretation des Prince-Klassikers „Kiss“. Dass sie daran aber keineswegs zu scheitern droht, sondern dem Song vielmehr eine neue, spannende Identität verpasst, zeigt, wie talentiert die 49-jährige Künstlerin ist. Mit vollster Hingabe hat sich Joan Wasser einer Handvoll ihrer persönlichen Lieblingstracks angenommen. Doch statt diese einfach nur nachzuspielen, zerlegte Wasser sie in ihre Einzelteile und stellte sich die Frage, welche Elemente diejenigen seien, die die Essenz eines jeden Stückes ausmachten. Die sie als Blaupause nutzen wolle. Wieder zusammengefügt und mit dem für Joan As Police Woman charakteristischen Stil aufpoliert, erstrahlen die Songs nun in beachtlichem Glanz. Zudem lösen sie sich mit Leichtigkeit aus ihrem ursprünglichen Kontext und verbinden sich zu einer kohärenten Gesamtheit. Wüsste man es nicht besser, würde man zu keiner Zeit hinterfragen, ob es sich bei „Cover Two“ nicht schlichtweg um ein konzipiertes Studioalbum von Joan As Police Woman handele. Dieser sensible Umgang mit Werken von The Strokes („Under Control“), Blur („Out Of Time“) , Neil Young („On The Beach”) und anderen verdient tosenden Applaus!

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