REVIEW: Austra „HiRUDiN“

Inspiriert von den Eigentümlichkeiten der Blutegel und dem Leben als lesbische Frau in einer heteronormativen Welt erschuf Austras Katie Stelmanis ein Werk voller Kontraste: «HiRUDiN».

Neben besonderen Herausforderungen für Mitglieder der LGBTIQ-Community widmet sich Austras «HiRUDiN» auch ungesunden Beziehungsmustern und prüft, welche Lehren man aus diesen zu ziehen vermag. Nachdem sich die Sängerin und Songwriterin Katie Stelmanis aus Gründen der Inspirationslosigkeit von ihrer Band getrennt hatte, galt es, neue Kollaborationspartner*innen zu finden. Es folgten Sessions mit unterschiedlichen kreativen Köpfen, die die Grundlage für Nummern wie «Risk It» oder «Anywayz» bilden sollten. Mit der Öffnung ihrer sonst recht abgeschotteten Arbeitsweise verabschiedete sich Stelmanis von früheren Gewohnheiten. Davon profitiert ihr viertes Studioalbum in vielerlei Hinsicht. Die Platte wirkt greifbarer und weniger sphärisch als ihre Vorgänger. In Zeiten, in denenunsere Gesellschaft einem schnell voranschreitenden technischen Wandel ausgeliefert ist, sorgt dies für ein Gefühl von Bodenhaftung. An richtungsweisenden Impulsen mangelt es trotzdem nicht. Nach wie vor versteht es Stelmanis, mit unterschiedlichen Tempi und Dynamiken zu spielen. So nimmt «HiRUDiN» immer wieder an Fahrt auf, um kurz darauf vom fünften in den ersten Gang zurückzuschalten. Das zieht einen unerwarteten Spannungsverlauf nach sich. Hinzu kommt der spezielle Gesang der Kanadierin, der zum herausstechenden Alleinstellungsmerkmal Austras geworden ist. «HiRUDiN» ist ein rundum gelungenes, zukunftsweisendes Electropop-Manifest.

Diese Review erscheint in der kommenden Printausgabe des Mannschaft Magazins.

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