REVIEW: Saaramaija Zórawski „Birth“

Manche Albumtitel sind bedeutungsvoller als andere. Saaramaija Zórawski feiert mit „Birth“ in vielerlei Hinsicht eine Wiedergeburt. Als Künstlerin, als Mensch und als Mutter.

Nordische Schwermut, wie man sie selten dargeboten bekommt. Mit Leichtigkeit unterfüttert und von zahlreichen Funken Licht durchströmt. In den letzten Jahren erschütterten massive Schicksalsschläge das Leben von Saaramaija Zórawski. Doch statt sich von diesen in die Knie zwingen zu lassen, schöpfte die Finnin neue Energie aus der Auseinandersetzung mit Tod, Krankheit und Hoffnungslosigkeit. Energie, die ihr – genauso wie die Liebe zu Mann und Kind – dabei half, lang liegengebliebene Songskizzen erneut hervorzukramen und sie fertigzustellen. Zusammen mit weiteren Tracks lassen sich die daraus resultierenden Stücke nun auf „Birth“ finden, Zórawskis erstem Album seit „Boulder Thicket“, welches sie 2013 unter dem Pseudonym LUAI veröffentlichte. Obwohl die 36-Jährige in der Vergangenheit immer wieder mit Zweifeln zu kämpfen hatte, ob und wie sie zukünftig weiter Musik machen würde, zeugt „Birth“ von einer manifesten Künstleridentität fern jedweder Unsicherheiten. Mehr denn je geht Zórawski in ihrer Rolle als Songwriterin und Sängerin auf. Verbindet einfühlsam organische Folk-Texturen mit elektrifizierten Impulsen und lässt ihre samtige Stimme über nicht immer leicht verdauliche Texte gleiten. Geschichten, erzählt von einer Frau, der man so leicht nichts mehr vormachen kann. „Birth“ ist ein kleines Juwel, das Dank seines Optimismus in Zeiten wie diesen besonders zu strahlen vermag.

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