REVIEW: Yael Naim „nightsongs“

Hat Yael Naim ein Allheilmittel gegen Stress gefunden? Ihre neue LP „nightsongs“ macht jedenfalls Hoffnung und begeistert durch ihre archaische Gelassenheit.

Vielen von uns fällt es schwer, abzuschalten. Wie aufgepeitscht jagen wir durch unseren Alltag und hetzten von einer Aktivität zur nächsten. Nach getaner Arbeit fallen wir dann auf die Couch und lassen uns solange von Netflix und Co. berieseln, bis wir vor Erschöpfung einschlafen. Ruhe und Geborgenheit fehlen derweil an allen Ecken und Enden. Umso schöner, dass uns die Französin Yael Naim dieser Tage eine Platte schenkt, die die Entschleunigung schon im Namen trägt: „nightsongs“. Anders als bei früheren Veröffentlichungen verzichtet die tunesisch-stämmige Künstlerin bei den zwölf neuen Songs auf Up-Tempo-Momente oder allzu groß angelegte Kompositionen. Stattdessen fokussiert sie sich auf die Wirkung reduzierter Instrumentierungen, die viel Platz für ihre charmant rauchige Stimme und die stets durchdachten Lyrics lassen. Getragen von Klavier, Gitarre und spärlich eingesetzten Electronica-Spuren. Sich die Zeit zu nehmen, es sich gemütlich zu machen und sich mit allen Sinnen auf dieses Album einzulassen, zahlt sich aus. Mit erschreckender Durchschlagskraft befällt es den Verstand und legt sich wie ein seidenes Tuch über Sorgen und Hektik. Jetzt, wo wir besonderen Herausforderungen ins Auge blicken müssen, eignet sich „nightsongs“ wie kaum ein anderes Album, um zu innerem Gleichgewicht zu finden.

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