REVIEW: Ocoeur „Everything“

Ocoeurs „Everything“ schenkt Ruhe und Kraft. Ruhe und Kraft, um einen Augenblick lang in eine tiefe Meditation abtauchen zu können.

Die Hektik, mit der wir unseren Alltag bewältigen, verhindert oft, dass wir die Herrlichkeit um uns herum noch wahrzunehmen vermögen. Sei es das erste Morgenlicht nach langer Dunkelheit oder der Duft von Frühling in der Luft. All diese Dinge werden von der Tatsache verdrängt, dass wir immer in Bewegung zu sein scheinen. Mit „Everything“ drückt der französische Künstler Franck Zaragoza aka Ocoeur deswegen auf eine Art akustische Stopp-Taste. Fordert inneres Gleichgewicht und mehr Bewusstheit. Er friert förmlich den Moment ein, lässt ihn expandieren und aus Sekunden Ewigkeiten werden. So verschafft er dem Hörer die Zeit, sich vollends im Hier und Jetzt verlieren zu dürfen. Beziehungsweise einen Pakt mit seinen filigranen Klanggebilden einzugehen, mit ihnen zu verschmelzen und derweil achtsam auf die Welt zu blicken. In jenem Mut zur Entschleunigung liegt die Magie Ocoeurs. Noch stärker als auf seinen ebenfalls hörenswerten Vorgängeralben gelingt es Zaragoza, seine Ambient-Sounds lebendig werden zu lassen. Und während dicke Synthesizerschwaden leise ein- und auszuatmen scheinen, findet der Geist zu innerem Frieden.

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