REVIEW: Tame Impala „The Slow Rush“

Kevin Parker gehört zu den gefragtesten Kollaborateuren der Musikbranche. Das haben auch Künstler wie Lady Gaga oder Mark Ronson erkannt. Mit „The Slow Rush“, dem aktuellen Album seines Projekts Tame Impala, schickt er den ersten ernst zu nehmenden Anwärter für die Platte des Jahres 2020 ins Rennen.

Tame Impala ist keine Band. Auch, wenn es lange Zeit den Anschein machte und viele Leute sicher noch immer davon überzeugt sein mögen. Tatsache ist aber, dass Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent Kevin Parker das alleinige Genie hinter LPs wie „InnerSpeaker“ (2010) oder dem Durchbruchserfolg „Currents“ (2015) ist. Einzig während seiner Liveshow greift er auf die Unterstützung seiner Kollegen von POND zurück und lehrt sie, seine Songs zu spielen. Ansonsten entsteht alles in bester Do-It-Yourself-Manier. Im Zuge der Arbeiten an „Currents“ experimentierte Parker erstmals mit einem breit gefächerten Spektrum an Disco-Sounds herum, die er gekonnt in das bis dato eher psychedelisch-rockige Gesamtkonzept Tame Impalas integrierte. Eine kleine Revolution innerhalb seines Schaffens, die ihn ein paar Fans verlieren, gleichzeitig aber unzählige neue dazugewinnen ließ. Auf „The Slow Rush“ setzt der Australier seine Reise durch weitläufige, bunte Synthie-Landschaften fort. Noch selbstbewusster und unerschrockener als zuvor. Die Platte sprudelt vor Energie. Von der ersten bis zur letzten Minute reißt sie die Hörer bedingungslos mit sich. Egal, ob verträumt oder animierend – die zwölf Tracks lassen keinerlei Wünsche übrig. Vielmehr dokumentieren sie das unerschöpfliche Talent eines Musikers, der sich erst dann mit etwas zufriedengibt, wenn es der Vision in seinem Kopf möglichst nahekommt. „The Slow Rush“ ist der perfekte Nährboden für nicht zu Ende gedachte Gedanken, für Ideen, die erst noch Form annehmen müssen. Wie ein Katalysator befeuert das Album die Vorstellungskraft, malt prächtige mentale Bilder und lässt einen mit einem Glücksgefühl zurück, das bis in die tiefsten Eingeweide ausstrahlt.

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