REVIEW: Lola Marsh „Someday Tomorrow Maybe“

Musik mit Klasse. Musik mit Stil. Das israelische Duo Lola Marsh hebt sich mit seinem Zweitwerk „Someday Tomorrow Maybe“ erneut vom üblichen Popgeschehen ab.  

Einfallslosigkeit grassiert. Die Musikwelt hat ihren Esprit verloren. Zumindest scheint das oft so. Und das liegt nicht zwangsweise daran, dass Künstler Stile früherer Dekaden kopieren. Sie tun es oft einfach nicht überzeugend oder konsequent genug. Zum hundertjährigen Jubiläum der goldenen Zwanziger sind es nun also Lola Marsh, die ein Funkeln zurückbringen, das lange verloren schien. Ein Funkeln, das nicht nur Wärme schenkt, sondern auch eine gewisse Grandesse versprüht. Große akustische Gesten, eingerahmt von meist opulenten, hier und da aber auch zurückgenommenen, Instrumentierungen.Ähnlich einer Lana Del Rey, die verstanden hat, dass Eleganz und Emanzipation durchaus vereinbare Attribute darstellen. Mindestens genauso viel Mut beweisen Lola Marsh, indem sie gern etwas dicker auftragen. Da sie dies aber stets mit einer ihnen innewohnenden Sicherheit tun, gelingt es ihnen auch, sich gleichzeitig der Mangelware Authentizität zu bedienen. Yael Shoshana Cohen und ihr Partner In Crime, Gil Landau, stehen mit vollster Hingebung hinter ihren Songs. „Someday Tomorrow Maybe“ ist der beste Beweis dafür. Die Platte beschwört, ähnlich wie der Vorgänger „Remember Roses“ (2017), eine Ästhetik herauf, die an die späten Sechziger und Werke wie die von Nancy Sinatra erinnert. Mit seinen eingängigen Melodien lädt das Album schnell dazu ein, sich ihm vollends hinzugeben. Gleichzeitig fehlt es aber auch nicht an spannenden auditiven Spielereien. Kleine Experimente, die die richtigen Akzente setzen. Wieder einmal gilt, die Mischung macht’s! Lola Marsh haben das verstanden.

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