REVIEW: Pet Shop Boys „Hotspot“

Statt Experimente zu wagen, gehen die Pet Shop Boys auf Nummer sicher und bewegen sich mit «Hotspot» ausschließlich innerhalb ihrer über Jahrzehnte ausgebauten Komfortzone.

Als die Pet Shop Boys mit Hits wie «West End Girls», «It’s A Sin» und «Go West» weltweit an die Spitze der Charts schossen, sorgten sie gleichzeitig dafür, dass ein Stück schwule Clubkultur in den Mainstream überschwappen konnte. Auch wenn sie ihre sexuelle Orientierung und Szenezugehörigkeit bisher kaum medial thematisieren und sich einzig Sänger Neil Tennant öffentlich outete, wirkten die Songs des Produzentenduos schon immer deutlich queerer als die Werke vieler anderer Künstler*innen. Sprich im positivsten Sinne auffällig und so ganz und gar nicht geltenden Konventionen verpflichtet. Mit «Hotspot» bleiben die Pet Shop Boys ihrem Stil treu und verlassen sich erneut auf das Erfolgsrezept, das sich seit Beginn ihrer Karriere mehrfach für sie ausgezahlt hat. Unter Anleitung des gefeierten Produzenten Stuart Price, dem auch Madonna einige Tracks (z. B. «Hung Up» oder «Sorry») zu verdanken hat, lassen Neil Tennant und Chris Lowe schillernden Electropop auf retroaffine Discoklänge prallen. Das Ergebnis dieser Fusion zeigt sich einerseits mitreissend, andererseits aber auch extrem authentisch – was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass die Pet Shop Boys selbst zu den Bands gehörten, die den Sound der Achtziger, der auf «Hotspot» zitiert wird, massgeblich mitprägten. Zwar kann das vierzehnte Studioalbum der Briten weder mit Innovation noch mit Weiterentwicklung aufwarten, doch unterstreicht es die Stärken ihres Kompositionsgeschicks. Eine kurzweilige Platte mit zahlreichen Höhepunkten.

Diese Review erschien in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins.

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