REVIEW: Georgia „Seeking Thrills“

Georgias „Seeking Thrills“ bietet im wahrsten Sinne der Worte Ups und Downs. Geschickt kombiniert läutet die Britin so das noch junge Musikjahr 2020 ein. Ein fulminanter Auftakt!

Früher war nicht zwangsweise alles besser. Zum Beispiel tat man sich in der Independentbranche oft schwer damit, Genres wie House, Trance, Dance oder Electropop eine Chance zu geben – galten diese doch als viel zu gefällig und einfallslos, um das stets kritische Publikum von sich überzeugen zu können. Dass diese Einstellung aber längst überholt ist, zeigt der Siegeszug von Acts wie La Roux oder Christine and the Queens. Vor allem die Damen der Schöpfung scheinen es verstanden zu haben, besagten Stilrichtungen ihre energetischen Aspekte abgewinnen und die Hörer mit deren Vitalität anzustekcen. Auch Georgia erhebt auf „Seeking Thrills“ ihre Stimme zu elektronischen Melodien und jagt sie durch allerhand clevere Texte. Texte, die sich mit typischen Themen einer Frau befassen, die die Pubertät hinter sich gelassen hat und sich nun in einer erwachsenen Welt zurechtfinden muss: Selbstbestimmung, Hedonismus, Liebe. Eingebunden in eine anregende Mischung aus wilden Up-Tempo- und verträumteren Down-Tempo-Nummern entpuppen sich Georgias Botschaften als wahre Punktlandungen. Jeder Track sitzt, wackelt und bietet trotzdem genug Luft zum Aufatmen. Selbstbewusst tanzt sich die Engländerin den schmalen Grad zwischen Ideenlosigkeit und Innovation entlang. Dabei erinnert sie mal an M.I.A. („Ray Guns“), mal an Grimes („Feel It“), mal an Karin Park („Honey Dripping Sky“).

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