REVIEW: Chromatics „Closer To Grey“

Während die Fans seit Jahren sehnlichst auf das mehrfach angekündigte Album „Dear Tommy“ warten, veröffentlichen die Chromatics derweil das nicht minder hörenswerte „Closer To Grey“.

Die Geschichte um die LP „Dear Tommy“ ist ebenso mysteriös wie schnell erzählt. Gerüchten zufolge hat der Produzent und Multiinstrumentalist der Chromatics, Johnny Jewel, nach einem traumatischen Erlebnis sämtliche Kopien der Platte vernichten und alle bis dato online zugänglichen Tracks löschen lassen. Plötzlich klaffte da also ein riesiges Loch in den Herzen vieler Anhänger, bis dann sukzessive neue Singles der Band auftauchten und die Tränen der Trauer wieder trocknen konnten. Die Veröffentlichungspolitik der Chromatics bleibt derweil undurchsichtig. „Closer To Grey“, das im Oktober von jetzt auf gleich auf sämtlichen Streamingdiensten verfügbar war und dieser Tage physisch, sprich auf Vinyl und CD, erscheint, enthält beispielweise ausschließlich neue Tracks, die mit den zuvor releasten Songs nichts zu tun haben. Nun ja, bis auf ihre Klangästhetik, natürlich. Denn die ist nach wie vor unverkennbar. Eine unverkennbare Mischung aus Synthiepop, Dream Pop und Italo Disco, stets umgarnt von dem charakteristischen Gesang Ruth Radelets. 100% Chromatics eben. Und genau da könnte das Problem liegen, wenn man zu der Art von Hörern gehört, die es nach stilistischer Weiterentwicklung sehnt. Diese ist auf „Closer To Grey“ nämlich wahrlich Mangelware. Stattdessen polstern die Chromatics weiter jene musikalische Nische aus, in der sie es sich derart bequem gemacht haben, dass außer Label-Kollegen wie Desire, Glass Candy oder In Mirrors kaum noch jemand anderes darin Platz zu finden vermag.

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