REVIEW: Anna Ternheim „A Space For Lost Time“

Alles richtig gemacht. Anna Ternheim legt mit „A Space For Lost Time” ihr vielleicht dynamischstes Album vor.

Mit jeder Platte, die sie veröffentlicht, scheint Anna Ternheim sich und ihre Musik besser kennenzulernen. Als sie die Arbeit zu „A Space For Lost Time“ aufnahm, hatte sie eine klare akustische Vision im Kopf. Ihr schwebte ein reduziertes Album vor, das sich vorrangig auf Piano- und Klaviermelodien stützen sollte. Ganz der Ästhetik entsprechend, wie sie sie zum Beispiel an José Gonzales Debüt „Veneer“ schätzt und liebt. Das Ergebnis klingt jedoch wie das genaue Gegenteil. Weitschweifend und vielschichtig. Unterfüttert mit allerhand elektronischer Einflüsse, die den Pop-Anteil in Ternheims Kompositionen auf charmante Art zu unterstreichen wissen. Erst, als es der Schwedin gelang, zu akzeptieren, dass ihr Songwriting sich jedweder unnatürlichen Inszenierung entzieht, nahm „A Space For Lost Time“ die Gestalt an, die die LP schlussendlich ausmacht. Statt nordischer Abgeklärtheit erwartet die Hörer dieses Mal Aufregung, Wärme und Tatendrang. Wie kaum ein anderes Album in der Diskografie von Anna Ternheim weiß „A Space For Lost Time“ optimistische Töne anzustimmen und von innen heraus zu strahlen. Das ist nicht nur ansteckend, sondern eine echte Wohltat für die Seele. Vor allem jetzt, zu Beginn des Herbsts, wenn die Kälte auf dem Vormarsch ist.

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