REVIEW: Mark Ronson „Late Night Feelings“

Zu viele Köche können den Brei versalzen. Wenn aber der richtige Mann den Löffel schwingt und die passenden Zutaten zur Hand hat, dann ist vieles möglich. Mark Ronson beweist auf «Late Night Feelings», dass er diesbezüglich ein echter Könner ist.

Die Branche liegt ihm zu Füssen. Der in New York ansässige DJ, Produzent und Labelbetreiber Mark Ronson hat in der Vergangenheit nicht nur mit Stars wie Lady Gaga oder Bruno Mars zusammengearbeitet, er war es auch, der die Karriere von Amy Winehouse massgeblich anschob. Auf seinem fünften Studioalbum «Late Night Feelings» bleibt der 43-Jährige seiner Art zu arbeiten treu. Erneut scharrt er eine beachtliche Entourage von Gastsängerinnen um sich, um die von ihm geschriebenen Zeilen mit Leben zu füllen und seinen Arrangements Ausdruck zu verleihen. Zu den erwählten Kollaborationspartnerinnen zählen neben Miley Cyrus, Lykke Li, Alicia Keys und Angel Olsen auch ein paar weniger bekannte Newcomerinnen wie YEBBA. Gemeinsam mit ihr und ihren Kolleginnen erschafft Ronson eine flirrende, von Neonlicht beschienene Szenerie, die einem jeden Nachtclub Konkurrenz machen dürfte. Gekonnt integriert er dabei retroaffine Funk- und Diskoeinflüsse in einen modernen Gesamtkontext. Von radiotauglichen Nummern bis zu feingliedrigeren Tracks bietet «Late Night Feelings» ein breit gefächertes stilistisches Spektrum. Inkohärent oder gar zerpflückt wirkt die LP nie. Vielmehr reichen die einzelnen Songs einander die Hände, als handele es sich bei ihnen um eigenständige, charakterstarke Mitglieder ein und derselben Familie. Der Ideenreichtum des mit mehreren Grammys, einem Golden Globe und einem Oscar (für den Song «Shallow» aus «A Star Is Born») ausgezeichneten Mark Ronson zeigt sich derweil unerschöpflich.

Diese Review erscheint in der kommenden Printausgabe des Mannschaft Magazins.

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