REVIEW: Hot Chip „A Bath Full Of Ecstasy“

Weder Rauschmittelverharmlosung noch Langeweile kann man Hot Chips «A Bath Full Of Ecstasy» nachsagen. Was die Platte besonders macht, ist ihr Mut zur Gefälligkeit.

Wie es sich wohl in einer Wanne voller Ecstasy badet? Ob die Briten von Hot Chip dies im Selbstversuch erprobt haben oder nicht, sei dahingestellt, jedenfalls verrät der Titel ihres siebten Albums, dass sich die Hörer auf einen mentalen Trip der besonderen Art gefasst machen dürfen. Zeigten sich Alexis Taylor und seine Jungs in ihren Anfängen als Band experimentell und rebellisch, zog es das Quartett im Laufe der Zeit dann immer stärker in Richtung stroboskoplichtbeschienener Tanzfläche. Quasi mitten ins Getümmel. «A Bath Full Of Ecstasy» wirkt folglich wenig verkopft, dafür zugänglich und euphorisch. Selten haben sich Hot Chip derart treiben lassen. Zwar boten auch LPs wie «Why Make Sense?» (2015) oder «One Life Stand» (2010) schon schillernde Pop-Momente, nur bedient «A Bath Full Of Ecstasy» ganz bewusst ein deutlich clubtauglicheres Klangspektrum. Das vermag die Anziehungskraft der Platte positiv zu steigern. Und obwohl einige der Stücke auf Hooklines gründen, die nicht nur zum Mitgrölen animieren, sondern teilweise Schlagersongs entstammen könnten, bietet «A Bath Full Of Ecstasy» genügend Rettungsanker, um das Album vor dem Abdriften in die Absonderlichkeit zu bewahren. Zu guter Letzt ist es dann aber wieder einmal Alexis eigenwilliger Falsettgesang, der erhaben über die Szenerie mäandert, und zum liebenswerten Highlight wird.

Diese Review erschien in der aktuellen Printausgabe des Mannschaft Magazins.

 

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