REVIEW: A-WA „Bayti Fi Rasi“

A-WAs zweitem Album „Bayti Fi Rasi“ wohnt die wichtige Kraft inne, Gefühle wie Rassismus und Hass für den Moment vergessen zu machen. Lauthals fordert die Platte nach Liebe, Akzeptanz und Menschlichkeit.

In Zeiten, in denen das friedliche Zusammenleben unserer Völker immer wieder Zerreißproben ausgesetzt ist, in denen Menschen bei dem Versuch, Krieg und Folter zu entfliehen, auf See ertrinken, während die Welt zusieht, macht eine Erfolgsgeschichte wie die von A-WA Mut. Mut, dass neben allem Irrsinn, doch noch Werte wie Aufgeschlossenheit und Neugier am Gegenüber existieren. Die drei israelischen Schwestern Tair, Liron und Tagel Haim haben mit ihrer Idee, traditionelle jemenitische Rhythmen mit Electro-, Pop- und Hip-Hop-Einflüssen zu kontrastieren, jedenfalls weit über die Grenzen des Nahen Ostens hinaus Begeisterungsstürme auslösen können. Und so sind sich Hörer verschiedenster Kulturen einig: Tanz und Musik, mehr braucht es nicht, um dort richtungsweisende Verbindungen zu knüpfen, wo zuvor Misstrauen für Verunsicherung sorgte. A-WA sprechen, trotz arabischer Lyrics, eine universell verständliche Sprache und bringen auf „Bayti Fi Rasi“ Gefühle zum Ausdruck, die sich unabhängig der eigenen Herkunft und Sozialisation nachempfinden lassen. Inspiriert von der bewegten Vergangenheit ihrer eigenen Urgroßmutter, greifen die Israeli die Diskussion um unsere Pflichten gegenüber Geflüchteten neu auf und stellen ebenso unbequeme wie dringliche Fragen: Was bedeutet Heimat? Was Glück? Die Antworten, so scheint es, lassen sich einzig und allein dann finden, wenn wir die Augen öffnen, statt sie zu verschließen. Vielleicht können die Songs von „Bayti Fi Rasi“ ein stückweit dabei helfen – wirken sie doch ebenso fremd wie vertraut.

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