REVIEW: Christian Löffler „Graal (Prologue)“

Anstatt zu neuen Ufern überzusetzen, bleibt Christian Löffler seiner Inspirationsquelle treu und fängt auf „Graal (Prologue)“ erneut den rauen, ungestümen Charakter des Baltischen Meeres ein.

Wir können uns dem, was uns in frühster Kindheit geprägt hat, nur schwer entziehen. Zu groß ist der Sog vergangener Tage. Tage, in denen wir die Welt zum ersten Mal mit unseren Sinnen erkundet haben. Christian Löffler wurde die Sehnsucht nach Wind und Wellen in die Wiege gelegt. Geboren an der Ostseeküste haben sich aber auch der Geruch von Tang, das Geschrei von Möwen und das prickelnde Salz in der Luft förmlich in sein Denken eingebrannt. Heute wie gestern beeinflusst dies sein Schaffen als Musiker. Löfflers Kompositionen vereinen atmosphärisch-kühlen Electro mit einer lyrischen Wärme. Wie ein grauer Tag, an dem es die Sonne schwer hat, sich durch die Wolken zu kämpfen, man sich bei einem Strandspaziergang jedoch trotzdem in völligem Einklang mit seiner Umgebung befindet. Morgen, zu seinem 34. Geburtstag, wird Christian Löffler das Album „Graal (Prologue)“ veröffentlichen, das nach seiner Heimatgemeinde in der Nähe von Rostock benannt ist. In einem Zyklus, bestehend aus sechs Titeln, arbeitet der Mitbegründer des Kölner Independent-Labels Ki Records eine fragile Schönheit heraus, die synthetisch erzeugten Klängen von konservativen Gemütern gern abgesprochen wird. Fern von Stress und Hektik, fern von Barrieren und Grenzen, gelingt es Löffler aber, den Puls seiner Zuhörer dem der Meeresbrandung anzugleichen und ihnen einen Moment völliger Schwerelosigkeit zu schenken.

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