REVIEW: The Cinematic Orchestra „To Believe“

Wie ein Vogel, der in die Welt aufbricht und dessen Schwingen mit jedem Schlag erstarken, macht sich The Cinematic Orchestras „To Believe“ auf eine weite Reise, statt mit gestutzten Flügeln in einem goldenen Käfig ausgestellt zu werden.

Ganze zwölf Jahre sind seit der Veröffentlichung von The Cinematic Orchestras letztem Studioalbum „Ma Fleur“ (2007) vergangen, doch noch immer bewegt dieses die Menschen und wird vielerorts zu den wichtigsten Platten des neuen Millenniums gezählt. Warum? Weil „Ma Fleur“, wie kaum eine andere LP, Jazz, Electronica und Filmmusik derart gekonnt kombiniert hat, dass Emotionen in einem breit gefächerten Publikum freigesetzt und der Weg für zahlreiche andere Künstler geebnet werden konnte. Eine echte Pionierarbeit. Folglich dürfte klar sein, dass es der Nachfolger von Hause aus etwas schwerer haben dürfte, den Erwartungen gerecht zu werden, hängt doch das Erbe seines Vorgängers wie ein mächtiges Damoklesschwert über ihm. Ungeachtet dessen haben Jason Swinscoe und seine Kollegen aber einen akustischen Kosmos entworfen, der sich zwar bekannter Elemente bedient, insgesamt jedoch ein Stück reifer, glamouröser und an manchen Ecken auch düsterer daherkommt. Der große Abstand zu „Ma Fleur“ tut „To Believe“ gut. Es scheint, als hätten die Briten gar nicht erst versucht, eine Neuauflage ihres Übererfolgs zu produzieren, was oft passiert, wenn die Plattenfirmen Druck machen. Der künstlerische Ansatz, mit dem sich The Cinematic Orchestra und ihre zahlreichen Gäste (darunter zum Beispiel Moses Sumney und Roots Manuva) „To Believe“ genähert haben, wirkt natürlich. Das Album darf wuchern und wachsen. Sich ausdehnen und sowohl im Licht baden als auch an schattigere Plätze wandern. Vielleicht empfindet manch einer dieses Hin und Her als inkonsistent oder sperrig – wir hingegen sind begeistert von dem nächsten Kapitel in The Cinematic Orchestras Entwicklungsgeschichte.

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