INTERVIEW: Kimbra

Wenn wir schon die Chance haben, die Tour einer Künstlerin wie Kimbra zu präsentieren, wollen wir natürlich auch die Möglichkeit, ihr ein paar Fragen stellen zu dürfen, nicht ungenutzt lassen.

Kimbra, deine Musikkarriere begann, als du noch ein Teenager warst. Würdest du das rückblickend als positiv bewerten?

„Früh anzufangen bedeutet, mehr Möglichkeiten zu haben, zu üben und Erfahrungen vor Publikum zu sammeln. Das ist meiner Meinung nach Gold wert. Außerdem hat man so einen Vorsprung darin, mit der eigenen Stimme und dem, was man ausdrücken will, in Berührung zu kommen. Zum Glück lebte ich als Kind nicht unter ständiger Beobachtung oder im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, sodass ich die nötige Privatsphäre hatte, mich zu entwickeln – was ich hinter der Bühne auch tat. Ich denke, dass es viel schwieriger ist, die eigene Stimme zu hören, wenn man sehr früh berühmt wird.“

Kannst du dich an ein oder zwei großartige Momente deiner Karriere erinnern?

„Letztes Jahr wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Song von Aretha Franklin und das Gospellied ‚His Eye Is On The Sparrow‘ in der berüchtigten Riverside Church in Harlem zu performen. Die Kirche, in der Martin Luther King einst predigte. Teil dieses Events zu Ehren Martin Luthers zu sein und mit der Kraft eines ganzen Chors zu singen, war mir eine wirkliche Ehre. Es war ein wundervolles Zusammentreffen von Geist und Gesang. Eine andere tolle Erinnerung war es, Prince gegenüberzustehen, als er Gotye und mir einen Grammy-Award für die beste Aufnahme des Jahres überreichte. Das war surreal.”

Wie wichtig sind Musikpreise aus deiner Sicht?

„Für mich sind sie eine Erinnerung daran, dass man auf globaler Ebene am musikalischen Geschehen teilnimmt. Dafür bin ich dankbar. Genauso aber auch dafür, eine ausverkaufte Show irgendwo im Nirgendwo, in einer kleinen amerikanischen Stadt, zu spielen, bei der die Leute deine Texte mitsingen. Eigentlich ist mir das sogar mehr wert als ein Award, weil reale Menschen in diesem Moment eine unverfälschte, direkte Verbindung zu mir und meiner Musik aufbauen. Zu erleben, dass meine Songs ihr Leben direkt begleitet haben, ist unglaublich.“

Vor welchen Herausforderungen steht man als Künstler heute denn noch?

„All die Rollen, die du spielen musst. Wenn du Künstler bist, musst du dich um viele verschiedene Aspekte deiner Karriere kümmern und diese gleichzeitig händeln. Allein, die Onlinepräsenz zu pflegen, kann viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen Oft möchte ich mich von all dem abschotten und einfach nur Musik machen. Aber so sieht die Realität eines Musikers eben heutzutage aus. Du musst lernen, wann du abschalten und andere Leute Dinge für dich übernehmen lassen kannst. So schwer dir das auch fällt.“

Auf deiner neuen EP lassen sich alternative Versionen einiger Songs von deinem letzten Album finden. Warum wolltest du sie auf diese Art erneut veröffentlichen?

„Ich hatte das Gefühl, dass ‚Primal Heart‘ die perfekte Platte sei, um sie ein wenig zu reduzieren und neu zu arrangieren. Es handelt sich um sehr persönliche Songs und ich wollte deren zerbrechliche Seiten mit den Fans teilen. Thematisch geht es darum, was uns Menschen zu Menschen macht, weswegen rohere Versionen der Stücke anderen Zugang zu den Texten ermöglichen sollten.“

Freust du dich, bald wieder auf der Bühne stehen zu können?

„Ich kann es kaum erwarten, zurück nach Deutschland zu kommen. Meine deutschen Fans unterstützen mich seit langer Zeit und laden meine Energiereserven stets wieder auf. Die anstehende Tour ist besonders spannend, weil ich einen sehr intimen Rahmen schaffen möchte, in dem man die Songs neu kennenlernen kann. Endlich wieder singen zu dürfen, hat einen heilenden Effekt auf mich. Jede einzelne Nacht birgt etwas Heiliges. Ich kann mich mit Leuten aus allen Ecken der Welt verbinden und mit ihnen meine Sicht auf die Dinge teilen.“

Wenn du selbst auf Konzerte gehst, was ist dir wichtig?

„Mit Freunden unterwegs zu sein und einen guten Platz zu erhaschen, wo der Sound optimal ist. Als Produzentin und Künstlerin ist es mir immer wichtig, dass man einzelne Frequenzen wahrnehmen kann. Deswegen stehe ich oft am Mischpult, um hören zu können, wie der Soundtechniker hört. Vielleicht etwas nerdig, ich weiß.“

Als ein Onlinemagazin, das seinen Lesern gern musikalische Empfehlungen ausspricht, würde uns interessieren, welche Künstler und Tracks dir gerade keine Ruhe lassen.

„ Da wären Lennon Stella mit ‘Like Everybody Else’, Mac Demarcos ‘Chamber of Reflection’, ‘Shape Of Love’ von Dreller und The Singers Unlimited mit ‘Emily’.”

 

Aktuell verlosen wir Gästelistenplätze für die Deutschlandkonzerte von Kimbra.

 

 

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