REVIEW: Jessica Pratt „Quiet Signs“

Man muss kein Talent fürs Zeichen lesen besitzen. Ein offenes Ohr genügt, um zu der bereichernden Erkenntnis zu gelangen, dass es sich bei Jessica Pratts „Quiet Signs“ um eine echte Folk-Perle handelt.

Jessica Pratt ist ein stilles Phänomen. Eine Künstlerin, die sich ohne großen Trubel eine beachtliche Hörerschaft erspielt hat. Dass dieser Erfolg aber nicht von Ungefähr kommt, sondern auf ein mehr als solides Fundament baut, verdeutlicht auch ihr drittes Studioalbum „Quiet Signs“. Vier Jahre lange arbeitete die Kalifornierin an der Platte, produzierte sie im Stil großer Lo-Fi-Meisterwerke wie Vashti Bunyans „Just Another Diamond Day“ und stellte sich dabei der fordernden Hektik des Musikbusiness mit ausgelassener Entschleunigung entgegen. Wer nun aber meint, das Songwriting Pratts käme mit angezogener Handbremse daher, der irrt. Die Anfang Dreißigjährige macht Langsamkeit zum Stilelement und gönnt jeder einzelnen Nummer auf „Quiet Signs“ genügend Zeit, sich vollends entfalten zu dürfen. Hilfe gibt es dabei von Soundreferenzen aus den Sechzigern und Siebzigern, die nicht nur hervorragend mit dem fragilen Gesang Jessica Pratts harmonieren, sondern auch die Schönheit der von ihr erdachten Melodien zu unterstreichen wissen. „Quiet Signs“ klingt sonnenbeschienen und von salziger Meeresluft erfrischt. Die perfekte LP, um sich aus dem kalten Winter fort, hin zu einem warmen Sommertag, zu träumen.

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