REVIEW: James Blake „Assume Form“

Er ist zurück. Frischer, differenzierter und spannender denn je. James Blake legt mit „Assume Form“ ein postmodernes Glanzstück vor, das nicht nur mit allen Wassern gewaschen zu sein scheint, sondern auch in vielen verschiedenen Genres beheimatet ist.

Als Musikredakteur ist man in der Regel wenig begeistert, wenn LPs ohne großen Vorlauf, von einem Tag zum nächsten, angekündigt werden – wirft das doch in der Regel immer Planungen durcheinander und bietet wenig Zeit, sich wirklich mit dem vorliegenden Werk auseinandersetzen zu können. Es sei denn, es wird einem derart leicht gemacht wie bei James Blakes viertem Studioalbum „Assume Form“. Binnen weniger Takte schafft es dieses nämlich, die Aufmerksamkeit des Hörers magnetartig auf sich zu ziehen. Worte zu finden, die den Geist dieser Platte passend beschreiben, ist dabei keine leichte Aufgabe – wirkt sie doch tatsächlich, als wäre sie nicht von dieser Welt. Fangen wir aber vielleicht damit an, dass schon das titelgebende Eröffnungsstück „Assume Form“ ein akustisches Szenario entwirft, das sich nicht nur als ausladend und vielschichtig präsentiert, sondern darüber hinaus auch höchst innovativ wirkt. Genauso wie der Rest des Albums. Blake gelingt es, den Dubstep in ein neues Licht zu rücken und mit mannigfaltigen akustischen Impulsen zu bereichern. Da wäre zum Beispiel „Barefoot In The Park“, das die katalanische Sängerin Rosalía und ihren Flamenco-Rhythmen featuret, oder der Track „Tell Them“, der in Zusammenarbeit mit Moses Sumney und Metro Boomin entstand, und einen Hauch von Tausendundeiner Nacht versprüht. Aber auch weitere Gäste wie die Rapper Travis Scott und André 3000 tun „Assume Form“ und dessen Komplexität mehr als gut. Wirkte Blakes Kollaboration mit Beyoncé auf deren LP „Lemonade“ noch wenig inspirierend und fast schon beliebig, dürfte der Schritt, den der 32-Jährige jetzt getan hat, definitiv einer in die richtige Richtung gewesen sein und seinen Ruf als Ausnahmetalent weiter festigen. Selbst, wer mit Hip-Hop, R’n’B oder Elektropop sonst wenig anfangen kann, sollte „Assume Form“ eine Chance geben. Es wird sich lohnen!

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