REVIEW: Karin Park „Blue Roses“ (EP)

Statt elektronischer Kampfansagen bietet Karin Parks «Blue Roses»-EP eine Bandbreite eindringlicher, fast schon okkult anmutender Melodien.

Eine Rückkehr zur Natur, zu den Wäldern Schwedens, ihre Mythen und Geschichten, aber auch ein Aufbrechen emotionaler Siegel – «Blue Roses» ist vielschichtig. Nachdem Karin Park in der Vergangenheit einen kantigen Industrialsound etablierte und ihn mit süßen Popmelodien kontrastierte, erforscht sie auf ihrer neuen EP die Gewaltigkeit der vier Elemente. Das wiederum wirkt sich deutlich auf den Stil der 40-jährigen Songwriterin aus. Stärker als je zuvor stehen Stimmungen im Vordergrund des akustischen Geschehens. Park lässt den vier Songs der Platte Raum, sich entfalten zu können. Opulent eröffnet beispielsweise der titelgebende Track «Blue Roses» die EP. Wie ein züngelndes Lauffeuer brennt er sich in das Kollektivbewusstsein der Hörer, während Trommeln im Puls unserer Mutter Erde schlagen. Getragen wird die dystopische Botschaft des Stückes von der markanten Stimme Parks, die für sich genommen schon in der Lage ist, Gänsehautwellen auszulösen. Fantastisch. Nicht minder imposant zeigen sich dann der Folgesong «Roaring Ocean», Stellvertreter für das Element Wasser, sowie das sphärische «Glass House» oder «The Sharp Edge». Mit schier unbändiger Experimentierfreude manipuliert Karin Park ihren Gesang, das gesamte tonale Spektrum ihrer Kompositionen und bedient von der fragilen Weissagerin bis zur gestandenen Diva sämtliche Formate.

Diese Review erscheint in der kommenden Printausgabe des Mannschaft Magazins.

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