REVIEW: Pari San „R.I.P. Identification“

Avantgardismus von seiner besten Seite! So klingt die Zukunft. Eine Zukunft, in der Menschen beginnen, sich für ihre Unterschiede wertzuschätzen, anstatt sich wegen dieser zu bekriegen. Pari San schwingen auf „R.I.P. Identification“ die Fahnen für mehr Toleranz. Musikalisch wie menschlich.

In einer globalisierten Welt an monokulturellen Verständnissen festzuhalten, mag uns zwar hier und da eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, doch verleugnen wir damit die Vielschichtigkeit unseres Planeten und seiner Bewohner. Das Ignorieren anderer Lebensweisen bietet dann einen perfekten Nährboden für Fremdenhass und Rassismus. Reißen wir also bewusst die Mauern ein, die unsere Gedanken zu begrenzen versuchen, und lassen uns dabei von Künstlern wie dem Berliner Duo Pari San inspirieren. Ungeachtet aller Konventionen verknüpfen Parissa Eskandari und Paul Brenning auf ihrem Debüt „R.I.P. Identification“ Einflüsse aus Electro, R’n‘B und Pop mit fernöstlichen Grüßen von der Seidenstraße. Aufgepeppt durch knirschende Beats und energetische Synthesizer funktioniert dieses Multikultigemisch ganz hervorragend und erinnert an manchen Stellen sogar an den Revolutionsgeist einer M.I.A. Eskandaris Stimme wird derweil mit allen Finessen des Autotunes bearbeitet, wodurch die Platte klar in Richtung Futurismus weist, anstatt sich der Wiederverwertung des akustischen Erbes früher Jahrzehnte zu ergeben. Musik zu machen bedeutet im Fall von Pari San, das Risiko einzugehen, nicht überall auf gnädige Ohren zu stoßen. Dabei kann man kaum schöner aus der eigenen Festgefahrenheit gerettet werden.

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