REVIEW: Fenne Lily „On Hold“

Britain’s got talent! Vor allem fern der längst überflüssigen Castingshows lassen sich großartige Newcomer in der Heimat von Shakespeare und den Beatles finden. Fenne Lily zählt zu diesen und weiß mit ihrem spannenden Erstlingswerk „On Hold“ auf ganzer Linie zu überzeugen.

In der griechischen Antike sollen es Sirenen, Mischwesen aus Fisch und Frau, gewesen sein, die junge Seemänner mit ihren Stimmen nicht nur verzaubern, sondern völlig in den Wahnsinn treiben konnten. Eine schreckliche, wenngleich poetische Vorstellung. 2018 sind Mythen wie die der Sirenen nur noch Geschichten, die man Kindern zum Einschlafen erzählt. Alle Magie scheint verloren. Es sei denn, man hilft ihr aktiv auf die Sprünge. Zum Beispiel mit dem Debüt von Fenne Lily. „On Hold“ ist eine Sammlung von elf feinfühligen Popsongs, die direkt am emotionalen Erleben andocken.  Die es schaffen, Empfindungen wie Glück oder Melancholie anzustoßen. Und zwar ohne große Hilfsmittel, sondern rein durch ihre akustische Ausdruckskraft. So lässt es sich in jedem einzelnen der Tracks hervorragend verlieren. Stets getragen von dem samtigen Gesang Fenne Lilys. Die akustische Handschrift der 20-Jährigen wirkt dabei authentisch und sensibel zugleich. Es scheint, als brauche es nicht mehr, um sich von Kopf bis Fuß in die Britin zu verlieben. Ein verhängnisvoller Niedergang, wie ihn die anfangs erwähnten Matrosen auf hoher See erwartete, ist jedoch nicht zu erwarten.

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