REVIEW: Gwenno „Le Kov“

Gwennos Zweitwerk „Le Kov“ ist ein bewusst nicht allzu leicht verständliches Kontrastprogramm. Trotz vertrauter Züge bleibt die Platte von der ersten bis zur letzten Textzeile speziell.

Blasphemie! Während Fantasiesprachen wie Klingonisch, Elbisch oder Dothraki immer größere Beliebtheit bei willigen Lernenden erlangen, sterben im gleichen Moment zahlreiche natürlich gewachsene Dialekte und Mundarten aus. Vielleicht liegt es an unserer globalisierten Welt, die statt auf Tradition lieber auf Unterhaltung oder das Zelebrieren von Trenderscheinungen setzt, vielleicht aber auch daran, dass besagte Sprachen im Laufe der Zeit immer mehr aus dem Bewusstsein der Menschen gerückt sind. Als Tochter eines Linguisten und einer Übersetzerin scheint es der gebürtigen Waliserin Gwenno Mererid Saunders jedenfalls ein Anliegen, ihren Teil zur Bekämpfung dieser Entwicklung beizutragen. Dafür nutzt die Sängerin und Komponistin, die auch Teil des Indiepop-Projekts The Pipettes ist, vorrangig Musik als Werkzeug. Ihr Debüt „Y Didd Olaf“ (2015) sang Gwenno beispielsweise komplett in Walisisch ein, wohingegen der Nachfolger „Le Kov“ nun eine Lanze für das ebenfalls aus dem Keltischen stammende Kornisch brechen soll. Dabei verzichtet die 36-Jährige allerdings auf jedweden folkloristischen Schnickschnack und bindet ihre Lyrics in eine moderne Pop-Kulisse à la Charlotte Gainsbourg ein.

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