REVIEW: El Perro Del Mar „We Are History“ (EP)

Ob es nun El Perro Del Mars unkonventioneller Arbeitsweise, ihrem weltoffenen Verstand oder dem in ihr schlummernden Talent zu verdanken ist, die EP „We Are History“ ist ein faszinierendes, wegweisendes Meisterwerk.

Sich von etwas abzukehren, kann neben Problemen auch Vorteile mit sich bringen. Vor allem, wenn entsprechende Entscheidungen dabei helfen, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen. Sarah Assbring alias El Perro Del Mar hat im Laufe ihrer Karriere gleich mehrere ungewöhnliche stilistische Wandel vollzogen. Als sie 2005 mit „Look! It’s El Perro del Mar!“ debütierte, war das Publikum auf Anhieb von dem darauf zu vernehmenden Chamber Pop angetan. Genau diesen führte die aus Göteborg stammenden Songwriterin im Laufe der Zeit aber zunehmend in ein elektrifiziertes Spannungsfeld über. „Pale Fire“ (2012) fungierte dann beispielsweise als konsequente Hommage an den Synthie-Pop der Achtziger Jahre. Auf dem Nachfolger „KoKoro“ (2018) überraschte Assbring erneut, indem sie gänzlich mit der für sie typischen Klangästhetik brach und stattdessen ausgelassen mit fernöstlichen Einflüssen experimentierte. Intension war es, ein kreatives Gegengewicht zu den Entwicklungen im Mainstream-Pop zu schaffen, was El Perro Del Mar den Ruf als kompromisslose Avantgardistin einbrachte. Auf ihrer neuen EP „We Are History“ versöhnt sich die Schwedin nun jedoch mit ihrer Vergangenheit und vereint erstmals das akustische Morgen- und Abendland miteinander. Diese scheinbar schwierige Fusion gelingt ihr mit größter Leichtigkeit. Das Ergebnis ist überwältigend. Während Trommeln, Holzbläser und allerhand exotische Instrumente erklingen, legt sich ein sanfter Schleier der Zugänglichkeit über die oft spitzen Grundgerüste der Songs. Optimiert durch den sanften Gesang Assbrings glänzt jeder einzelne Track wie pures Gold.

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