INTERVIEW: Shout Out Louds

In Sachen Indiepop sind die Shout Out Louds seit Jahren eine feste, nicht wegzudenkende Institution. Songs wie „Impossible“ oder „Please Please Please“ liefen nicht nur in den angesagtesten Clubs Europas rauf und runter und machten die Schweden weiter über die Grenzen ihres Heimatlandes bekannt, sie wurden auch zum Soundtrack einer Generation junger Querdenker. Mit ihrem neuen Album „Ease My Mind“ kehren die Shout Out Louds zurück in den Schoß ihrer Anfangszeit. Gitarrist Carl von Arbin erklärt warum und blickt mit uns auf ein echtes musikalisches Erfolgsmärchen zurück.

Mit welchen Hoffnungen und Zielen startetet ihr eure Band damals 2001? Und welche von ihnen sollten sich auch erfüllen?

„Für uns gehörte es dazu, bescheiden zu sein, und keine wirklichen Pläne zu haben, außer, unser Projekt vorantreiben zu wollen. Schrittweise geriet alles ins Rollen. Das erste Demotape, die erste Show, Auftritte außerhalb Schwedens, später dann in den USA, Brasilien, wir spielten auf Festivals und alles baute aufeinander auf. Heute ist alles ein bisschen anders. Wir träumen von großen Dingen, die passieren könnten, aber schätzen vor allem die, die dann auch wirklich eintreten. Zum Beispiel, wenn man sich selbst in einer Situation wiederfindet, die man nie erwartet hätte. Es macht mich dann glücklich, dass wir damals zusammengefunden haben und am Ball geblieben sind.“

Wenn man solch lange Zeit eine Band ist, welche Gefühle hat man da für einander?

„Wir sind eine Familie. Wir kümmern uns um einander und bringen uns, je nach Stimmung, auch auf die Palme. Zu Touren ist dann immer wie eine Urlaubsreise mit Geschwistern.“

Gibt es ein Geheimrezept, weshalb ihr eure Bandmitglieder nicht wie Unterwäsche gewechselt habt, sondern immer noch zusammen seid?

„Man sollte nett zueinander sein und das Beste daraus machen. Wir hängen da schließlich alle mit drin!“

Ihr wart eine der populärsten Indiepop-Bands, als das Genre seinen Schmelzpunkt erreichte. Wie reflektiert ihr diese Zeit heute?

„Wir hatten damals keine Ahnung und stolperten einfach in das Geschehen hinein. Für uns war das irgendwie die normalste Sache und wir wussten gar nicht, was wir sonst hätten tun sollen. Es war eine komplette Seifenblasenwelt.“

Wenn du dich umschaust, was denkst du dann über die Musikindustrie heutzutage?

There’s no business like show business! Ernsthaft, das Wort Musikindustrie hat solch einen furchtbaren Unterton. Ich glaube, kein Musiker, den ich kenne, fühlt sich wie ein Teil davon. Wir kreieren und spielen Musik. Basta! Der Rest ist für die Labels, Manager und so weiter!”

Die Art, wie Menschen Musik konsumieren, hat sich auch verändert. Alles ist flüchtiger und weniger intensiv. Merkt man das al Musiker.

„Da bin ich mir überhaupt nicht sicher. Sehr schwer zu sagen.“

Ihr tourt aktuell recht viel. Was bedeutet es euch, auf der Bühne zu stehen?

„Nerven, Spaß, sich treiben lassen. Das ist das, was wir am besten können. Live ist live. Alles kann passieren. Gutes, aber auch Schlechtes.“

Euer neues Album erscheint am Freitag. Inwiefern ist „Ease My Mind“ ein typisches Album der Shout Out Louds?

„Es hat wahrhaftige, ungefilterte Seiten und da sind eine Menge Melodien. Die waren immer schon da. Ich denke, die Melodien sind typisch für die Shout Out Louds.“

 Was kannst du über die Entstehung der Platte erzählen?

„Dieses Mal haben wir uns einfach gleiten lassen. Keine Regeln, was Formate oder Dogmen betrifft. Die Aufnahmesessions fühlten sich liberal und frei an. Ebenso die Musik und der Vibe im Studio.“

In der Presseinfo zur Platte heißt es, ihr wolltet zu euren musikalischen Wurzeln zurückkehren. Woher kam das Bedürfnis danach?

„Als wir mit der Arbeit begannen, zogen wir alte Songs als Referenzen heran, hörten und sangen sie. Songs, die wir vergessen hatten, von denen wir jedoch noch jedes einzelne Wort kannten. Wir entdeckten sie auf eine neue Art und Weise, im Vergleich zu damals, als wir 16 waren. Die Produktion, ein wenig Kitsch, aber auch brillante Sachen. Das trieb uns an.“

Ist es noch immer aufregend, eine neue LP zu veröffentlichen, oder gewöhnt man sich irgendwann daran? 

„Das ist immer etwas Spezielles. Und auch ein bisschen unwirklich. Erst bereitet man sich ewig auf den Release vor und dann passiert er ganz plötzlich. Das Geheimnis ist gelüftet und man bleibt mit einem besonderen Gefühl zurück.“

Wenn du jetzt etwas LAUT in die Welt HINAUSRUFEN könntest, was wäre das?

„Verleugnet niemals den Rock!“

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