REVIEW: ODESZA „A Moment Apart“

Wer bei dem Namen ODESZA an eine Hafenstadt am schwarzen Meer denkt, der liegt leider falsch. Zwar lässt sich ausgesprochen kein Unterschied zu der ukrainischen Millionenmetropole Odessa erkennen, doch ist es die Schreibweise, die uns verrät, dass sich hinter ODESZA ein amerikanisches Electro-Duo verbirgt, das in den letzten Jahren international große Beachtung fand. Während DJs und Produzenten früher eher im Untergrund agierten und Clubs ihr Zuhause nannten, sind sie heute ebenso gefeierte Stars, wie ihre singenden oder Instrumente spielenden Kollegen und stehen auf den Bühnen der größten Veranstaltungsorte, die unsere Welt zu bieten hat. Sinnbildlich für Gegenwart und Zukunft ist die computergenerierte, artifizielle Musik zu einer eigenen, akzeptierten Kunstform herangewachsen. Zum Glück, möchte man sagen, wenn man sich quer durch das beeindruckende Gesamtwerk von Harrison Mills und Clayton Knight, den beiden Köpfen hinter ODESZA, hört. Zu ihren bisherigen Alben „Summer’s Gone“ (2012) und „In Return“ (2014) gesellt sich dieser Tage ein weiterer Longplayer namens „A Moment Apart“ hinzu.

Entgegen aktueller Trends setzen ODESZA bei „A Moment Apart“ auf ausladende, üppig angelegte Soundlandschaften und verwehren sich dem geltenden Standard, Minimalismus und Zurückhaltung zu ihren Werkzeugen zu machen. Eine gute Wahl! Extrem energetisch schlittern Tracks wie „Late Night“ oder „Everything At You Feet“ durch eine fühlbare Weitläufigkeit. Mills und Knight scheinen keinerlei Angst zu haben, immer noch eine Schippe draufzulegen. Sei es die mit 16 Titel recht ausgedehnte Tracklist von „A Moment Apart“, die vollgepackten Kompositionen der einzelnen Stücke oder die schier endlose Liste prominenter Gastsänger (von Regina Spektor, über Leon Bridges, bis hin zu Ry Cuming alias RY X) – ODESZA zelebrieren Üppigkeit in ihrer schönsten Form. Ansteckend und mitreißend. Wenngleich sich hier und da leichte Kitschtendenzen enttarnen lassen, schaffen es die beiden Klangkoryphäen immer wieder, diese binnen weniger Takte mit derart viel Glanz zu überhäufen, dass man als Hörer nur so zu strahlen beginnt. Umspielt von souliger Leidenschaft, einem dezenten nostalgischen Hauch und Ephorie in ihrer Reinform dürfte sich „A Moment Apart“ einen Platz in den Plattenregalen zahlreicher Hörer sichern. Schlichtweg großartig!

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