REVIEW: Aidan Knight „Each Other“

Adrian Knight by Brian van WykKünstler wie Bon Iver, Sufjan Stevens oder Beirut haben das Vermächtnis des Folks bewahren und seine Relevanz im aktuellen Musikgeschehen mehrfach unter Beweis stellen können. Wie viele andere hat dabei auch das traditionelle, von vielen schon längst totgesagte Genre seine Grenzen im Laufe der Jahre geöffnet und sich von verschiedensten Impulsen beeinflussen lassen. Im Fall des Kanadiers Aidan Knight sind es allem voran Synthesizer, E-Gitarren und Drums, die sich zu eher klassischen Folk-Instrumentierungen gesellen. In der Kombination sorgen diese für einen sehr modernen Anstrich und lehren den sonst eher bodenständigen Songwriter-Strukturen das Fliegen. Wie gut das bei Publikum und Kritik ankommt, beweisen die Reaktionen auf Knights letztes Album „Small Reveal“, das auch in unserer Redaktion Dauerschleife lief, allerhand gut besuchte, wirklich empfehlenswerte Liveshows rund um den Globus und das positive Feedback auf die Single „All Clear“, die den ersten Vorboten des heute erscheinenden Longplayers „Each Other“ darstellte.

Aidan Knight – genauso geschmeidig, wie sich dieser Name lesen und aussprechen lässt, sind auch die Kompositionen des charmanten Liedermachers, der einen jedweden Traumschwiegersohn binnen weniger Sekunden in den Schatten zu stellen vermag. Sein persönliches Glück fand Aidan Knight in seiner Kollegin Julia, die er 2014 ehelichte und die, neben drei weiteren Musikern, als Teil seiner Band fungiert. Zusammen erschafft das Quintett nahezu magische Tracks, voller Wahrhaftigkeit und Anmut. Immer dann, wenn man glaubt, man habe diese in ihren Grundzügen verstanden, überraschen sie durch neue Wendungen und unerwartete Einfälle. Das macht auch das neue Album „Each Other“ wieder einmal zu einem wahren Ohrenschmaus. Von einer angenehmen Wärme durchdrungen und mit viel Herz ausstaffiert sorgen Stücke wie „Funeral Singers“ oder „You Are Not Here“ für Gänsehaut. Und während Knight durch seine tiefe, raue Stimme brilliert, die sich ganz hervorragend in das fast schon schwerelose, akustische Geschehen einfügt, widmet er sich auf textlicher Ebene recht alltäglichen Themen.
„Each Other“ zählt aus unserer Sicht zu den besten experimentellen Folk-Alben des noch jungen Jahrtausends und ist eine der Platten, die auch noch nach etlichen Hördurchgängen nichts von ihrem Glanz verliert.

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